[atelier,virtual] Martin Kohlhaas

Blog – Was ich noch zu sagen hätte …

23. Nov 2015 0 Selbermachen

Was ich letztes Jahr auf YouTube gelernt habe

über woodworking


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Lagerregal für kleinere Holzplatten und -reste • Holzprojekte Oktober/November 2015, Foto: Martin Kohlhaas Lagerregal für kleinere Holzplatten und -reste • Holzprojekte Oktober/November 2015, Foto: Martin Kohlhaas Wagen für Holzplatten • Holzprojekte Oktober/November 2015, Foto: Martin Kohlhaas Wagen für Holzplatten • Holzprojekte Oktober/November 2015, Foto: Martin Kohlhaas

Wir haben unser Live-Fernsehprogramm schon länger abgeschafft. Die Mediatheken bieten die gewünschten Sendungen ja auch. Leider nicht immer dann, wann mal will (Tatort am Nachmittag schauen) aber das ist eine andere Geschichte.

YouTube bietet Kurzfilme für zwischendurch. In der ersten Zeit war ich - motiviert durch K1+2 - noch viel auf den Let’s-Play-Kanälen unterwegs und habe mich in Minecraft-Konstruktionstechniken weitergebildet.

Mit der Zeit habe ich dann aber eigene Interessen entwickelt und mich zum Beispiel über frühe Konzerte von Kraftwerk oder den „Post Apocalyptic Inventor“ gefreut.

Zum Dauerthema wurden aber Videos über Holzbearbeitung, die – wenn man einmal angefangen hat danach zu suchen – etwa so häufig im Netz vorzukommen scheinen, wie Katzenvideos.

Dabei habe ich gelernt, dass es für den Wookworker vor allem Projekte rund um die eigene Werkstatt gibt: neue Holzlager, bessere Maschinenhalterungen, Staubsauger, Kisten, Kästen, Regale – alles sehr praktische Sachen und auch hochprofessionell ausgeführt. Das ist spannend anzusehen aber hat mit dem, wie ich bisher meine Werkstatt nutzte, nichts zu tun. Da gab es immer ganz konkrete Aufträge (Hütte für die Kinder, Küchenregal, usw.) Durch YouTube habe ich tischlern als Selbstzweck kennengelernt. Aber nicht nur das: natürlich nimmt man nebenbei auch wichtige Botschaften mit. „Only a clean shop is a save shop“ – also nur eine saubere Werkstatt ist eine sichere Werkstatt – kann man sich durchaus an die Werkstattwand pinseln.

All die Stunden Video gucken regten mich natürlich zum Nachmachen an. Die – so habe ich das neu gelernt – wichtigsten Projekte für den professionellen Woodworker sind:

  1. ein ordentliches Lager für Holzplatten-Ware
  2. noch ein ordentliches Lager für weiteres Lager-Holz

dann kommt erstmal eine Weile nichts … bis zum Endgegner: der selbstgebauten Werkbank.

An Projekt 1 und 2 habe ich mich bereits erfolgreich versucht und radikal Ordnung im Keller geschaffen. Die Werkbank hebe ich mir wohl noch ein paar Jahre auf.

Was mir bei all dem noch in den Sinn kam (jetzt kommt die Moral von der Geschichte): Auf YouTube gibt es unglaublich viel praktisches Wissen wie Reparaturanleitungen für fast alle Lebenslagen. Aber wenn wir die dann mal wirklich brauchen (also post-apokalyptisch gesehen), dann vermute ich, werden wir da sitzen, kein Netz (Strom- und Daten) haben und uns wird dieses ganze Wissen nichts nützen. Insofern können wir jetzt nur

  1. basteln und ausprobieren so lange es geht, um das praktische Wissen selbst zu verinnerlichen und
  2. uns mit Leuten vernetzen, die sich mit Strom, Metall, Holz usw. auskennen, damit wir im Ernstfall in dieser Runde auf das reale Netzwerk zurückgreifen können.

Und noch eine kleine Moral: natürlich sind die Werkstattprojekte nicht sinnlos. Letztendlich sind genau das ja die Übungen, die man braucht um alle die Fehler zu machen, die dann beim richtigen Projekt für die Wohnung nicht mehr passieren sollen.

24. Feb 2015 0

Verleih-App hat nicht funktioniert


Linktipp: http://whyownit.com/blog/we-failed-warum-die-verleih-app-why-own-it-nicht-funktioniert-hat über eine Geschäftsidee aus dem Bereich der „sharing economy“ und die Gründe des Scheiterns.

Als ich letztes Jahr eine Kühlbox fremd verborgte bekam ich sie danach mit gebrochenem Griff wieder zurück. Es gab kein wirkliches Sorry. Ich hab jetzt die kaputte Box. Teilen ist gut und ich denke auch, dass wir dahin kommen müssen aber die richtigen Verantwortungsstrukturen sind noch nicht entwickelt.

11. Feb 2015 0 Selbermachen Recycling Musik

Klavier-Umbau

Der Klavierstimmer war da. Statt dem Klavier eine bessere Stimmung zu verleihen, brachte er unsere Stimmung mit der Nachricht in den Keller, dass u.a. aufgrund von Rissen im Resonanzboden eine richtige Stimmung unmöglich und eine Reparatur sehr teuer sei.


Das Ende der Diskussion brachte die Entscheidung für eine Verschrottung. Daraus entwickelte sich die Idee für eine Umnutzung zum Schreibtisch, was wir dann als Wochenend-Projekt (ein paar mehr Tage waren es dann doch) auch umgesetzt haben.

Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas
Klavier-Upcycling 2015 • Foto: Martin Kohlhaas

Die Vorgeschichte zum Schluss: Kind 1 haben wir im Vorschulalter zum Klavierunterricht geschickt. Das Gerät zum üben dafür haben wir von meinen Eltern bekommen - ein schon in die Jahre gekommener Kasten, der noch viele Jahre früher vom Dorf aus einer Scheune „gerettet“ worden war. Der Klavierunterricht wurde nach fünf Jahren lustlos von Kind 1 abgebrochen. Das Klavier zog zwischenzeitlich in die neue Wohnung mit um, wurde nur selten geklimpert und stimmte auch nicht mehr. Kind 1 - mittlerweile musikalisch intensiv auf dem Saxophon unterwegs - will nun wieder Klavier üben. Dafür sollte das alte Stück wieder gestimmt werden.

29. Okt 2014 0

Geschirrspüler - Ende der Geschichte

Ich will Euch den Rest nicht vorenthalten.


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Der alte Spüler auf dem Weg zum Werkstoffhof • Foto: Martin Kohlhaas Ankunft des neuen Spülers • Foto: Martin Kohlhaas

Wir haben kapituliert. Der alte Spüler ist mittlerweile auf dem Wertstoffhof, der Neue ist erfolgreich installiert. Ich habe tatsächlich das Gerät nochmal demontiert und anhand der Universalanleitung versucht, einen Elektronikfehler zu identifizieren. Ich habe schon früher angemerkt, dass ich auf diesem Gebiet nicht so bewandert bin, woraufhin ich auch hier nicht weiterkam. Nach Wochen Hand-Abwasch, der an manchen Tagen auch seinen Reiz hat, waren wir der weiteren Exeprimente überdrüssig und suchten nach einem Nachfolger.

An dieser Stelle kann ich gut auf den Beitrag zum Thema Vertrauen verweisen. Auf welcher Grundlage (Werbebotschaften?) soll man sich denn nun für ein Gerät (Investitionsrahmen 600 bis 1200 Euro) entscheiden? Wir waren in mehreren Läden und haben und Geräte vor Ort angeschaut.

Ich mache es kurz: schlussendlich ist der Spüler ein Miele geworden. Der Preis lag ca. 300 Euro über dem auch in der engeren Wahl stehenden SIEMENS-Spüler. Die Entscheidung fiel dann zum einen gegen die Marke, die uns gerade verlassen hatte und zum anderen für die Marke, von der wir bereits eine gut laufende Waschmaschine im Keller haben und die uns aus dem Augenwinkel immer mal wieder mit positiven Berichten auffällt (siehe z.B: „Paarlauf“ - Ausgabe 02/2006 - Schwerpunkt Leadership)

Ende gut - alles gut? Fortsetzung folgt bestimmt.

Weitere Beiträge zum Thema

09. Aug 2014 4 Technik Überwachung Kinder

Wir müssen das Vertrauen verlernen

Die Annahme, dass Software gut ist und man sie immer folgenlos installieren kann, ist falsch.


Zwei Anekdoten aus dem Urlaub: Kind 1 versucht seit Tagen seine Musikbibliothek aufzuräumen, Alben zu sortieren usw. (ein Vorhaben, welches ich schon seit längerem Aufgegeben habe) - doch iTunes ist zickig. Benennt man die Dateien auf der Platte um und hat sie dort alle schön geordnet und zieht sie dann wieder ins itunes, dann wird alles wieder geändert (man muss eben wissen um die Hintergründe von id3-Tags vs. Dateinamen und die Konsequenzen, wenn man itunes seine Bibliothek selbst verwalten lässt). Das Vertrauen, das die Software schon im Sinne des Anwenders arbeitet ist eben falsch, da man nicht weiß, was die Entwickler für Anwendungsfälle im Sinn hatten und ob diese mit den eigenen Anwendungsfällen übereinstimmen.

Anekdote zwei von Kind 2: Es gibt einen Game-Boy-Emulator für iOS, mit dem man Pokemon und Mario Kart und die anderen Klassiker auf dem iPod spielen kann. Die Software gibt es nicht über den offiziellen App-Store, sondern wird über eine Website runtergeladen. Um sie zum Laufen zu bringen, muss man sein Systemdatum zurücksetzen auf irgendwas vor 2012. Daraufhin gehen dann bestimmte Websites nicht mehr (alle mit https-Zertifikaten) und alle Dienste, die an die Apple-ID gekoppelt sind. Auch hier wieder Frust, ewige Fehlersuche (man denkt ja nicht an das Datum) und das Grundproblem, das man auf die Richtigkeit der Anweisungen für die Installation vertraut.

Jetzt ist es einfach, sich über die Kinder lustig zu machen, doch wie oft hat man selbst schon mal eben schnell eine App installiert, ein kleines Spiel weil es auf twitter jemand gepostet hat – immer ohne die Folgen zu kennen – wir vertrauen einfach darauf, das schon alles gut ist.

In Zeiten der Totalüberwachung müssen wir aber diesen vertrauensseligen Umgang mit Software ändern. Wir müssen leider grundsätzlich davon ausgehen, dass es eben nicht gut ist, dass wir uns Spähsoftware auf das Gerät laden, dass jedes neue Programm mindestens ein neues Sicherheitsrisiko darstellt.

Was ist also zu tun?

  • Wir müssen von „EarlyAdoptern“ zu „DoubleCheckern“ werden. Vor der Installation von irgendwas also in die Foren gehen und gucken, ob es dort schon Berichte gibt. Wenn nicht, dann ist es eben zu früh für eine Installation.
  • Wir müssen die Hypes aussitzen lernen, einfach mal ignorieren, was alle toll finden und abwarten. Wir brauchen nicht alles sofort und überall.
  • Wir müssen wieder trennen lernen zwischen tatsächlichen Bedürfnissen an wichtigen, notwendigen Werkzeugen und schneller Triebbefriedigung durch App-Happen.

Vielleicht ist das Werkzeug-Bild gar nicht so schlecht. Wie in der Werkstatt müssen wir unseren Werkzeugkasten immer mal wieder aufräumen. Was bleibt sind Hammer, Säge, Zange und Zollstock. Auf den bunten Plastekram aus der Krabbelkiste des Baumarktes haben wir als Heimwerker mit Erfahrung ja auch verzichten gelernt.

Ich glaube, dass dieses Misstrauen gegenüber Software notwendig ist. Ich frage mich, ob es notwendig ist, dieses auf weitere Teile von „Technik“ auszudehnen. Und ich frage mich, was das für Auswirkungen auf das Vertrauen zu Menschen hat.

22. Jul 2014 0 Wohnen

Hallo Bett

Das neue Bett ist da …


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Neues Bettgestell • Foto: Martin Kohlhaas Neues Bett • Foto: Martin Kohlhaas

Es ist superstabil. Es knarzt nicht. Es hält bestimmt 50 Jahr meint Kind 2. Es kommt aus dem Möbelwerk Weißensee (an dieser Stelle mal eine Produkempfehlung, falls mal jemand ein Vollholzbett mit eigenen Abmessungen, Holzarten und -farben sucht).

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21. Jul 2014 0 Energie Wohnen

Gasverbrauch

Mich erreichte eine Anfrage, ob ich mich denn beim Gasverbrauch verrechnet hätte. Leider nicht.


Heizenergieverbrauch für unser Haus laut energiesparkonto.de
Heizenergieverbrauch für unser Haus laut energiesparkonto.de • Bildschirmfoto

Seit 2007 erfasse ich nun monatlich die Zählerstände von Strom-, Wasser und Gaszähler bei uns im Haus und stelle die Ergebnisse auf der Seite Unser Strom-, Gas- und Wasserverbrauch dar. 

Der Gasverbrauch ist dabei die einzige Größe, die wir nicht wirklich beeinflussen können. Das Haus hat mit Büro- und Wohnetagen 225 Quadratmeter Fläche, recht hohe Räume und ist nicht gedämmt. Dementsprechend hoch ist der Verbrauch und sind die Kosten jedes Jahr.

Die Heizungssteuerung regelt einen einzigen Kreislauf auf Basis eines Außentemperaturfühlers. Im Haus selbst bleibt uns als Regelung, das Zudrehen der Thermostate, wenn wir z.B. morgens die oberen Etagen verlassen uns ins Büro gehen. Übereinstimmend haben wir immer wieder die Aussagen erhalten, dass eine radikale Temperaturabsenkung in ungenutzten Zeiten (z.B. Wochenende im Büro, tagsüber in der Wohnung etc.) keinen Ersparniseffekt brint, da – das Haus als Gesamthülle betrachtet – die anderen Volumen entsprechend mehr verbrauchen würden und das wieder aufheizen von Kalt auf normal mehr verbrauchen würde als das gleichmäßig durchheizen.

Aber das ist Theorie. Jetzt ist Sommer und bei 35 Grad scheinen solche Fragen eher zweitrangig. Aber die Kosten sind schon enorm jedes Jahr. Außerdem bin ich skeptisch, was o.g. Aussagen anbelangt. Es ist also ein guter Denkanstoß vor dem kommenden Winter mal ein paar Tests zu machen oder ggf. technisch etwas zu verändern.

Blöderweise lassen sich die Winter nicht gut vergleichen (deshalb die Einführung der Monatsmittelkurve), so dass es nächstes Jahr ja auch einen wärmeren Winter geben könnte und damit die Werte generell sinken könnten.

Das Bild zeigt die Auswertungskurve unseres Gasverbrauches, die das Portal energiesparkonto.de ausgibt, wo ich unsere Werte parallel erfasse. Dort bekommt man auch Vergleichszahlen, die – um die Anfrage zu beantworten – doch bestätigen, dass meine Werte nicht falsch sind. Zusätzlich hänge ich die Tabelle mit den Originaldaten, den Zählerständen zum selbst nachrechnen an.

Tabelle mit Zählerständen seit 2007 (pdf / 39 Kb)

19. Jul 2014 2 Überwachung

Gefahr in der 30 Zone

Ich suche immer noch nach Bildern, um die Überwachungsgefahr mit einfachen Worten zu erklären, die jeder für sich verstehen kann.


30 Zone
30 Zone • Foto: Martin Kohlhaas

Ich finde der Straßenverkehr ist gerade für uns hier in Deutschland ein guter Fundus, um Bilder für die Erklärung von Zusammenhängen zu finden.

Im Falle der Überwachung habe ich bisher in Gesprächen folgende Analogie bemüht: Wenn ich im Straßenverkehr regelwidrig handele, zum Beispiel auf der Autobahn 180 statt 130 fahre, dann weiß ich, dass ich etwas Falsches mache und kenne die möglichen Konsequenzen.

Wenn ich im Rahmen digitaler Kommunikation handele, kann ich nicht einschätzen, ob meine Handlungen möglicherweise falsch sind, waren oder falsch sein werden. Die Suche nach bestimmten Stichwörtern, die einzeln unproblematisch sind, aber in meiner konkreten Kombination zur Beobachtung oder Bestrafung führen können kann ich nicht kontrollieren. Die Gefahr hier ist also, dass ich eventuell präventiv gar nicht mehr suche, um nicht möglicherweise falsch zu handeln.

Im Zuge der dauerhaften Speicherung von digitaler Kommunikation kam mir heute ein neues Bild in den Sinn. Nehmen wir an, ich fahre immer eine bestimmte Strecke durch die Stadt, sagen wir zur Arbeit. Irgendwann wird auf dieser Strecke ein Abschnitt zur 30 Zone. Ich halte mich also zukünftig daran und nichts passiert. Nehmen wir jetzt an, ich lese bestimmte Websites. Plötzlich sind diese politisch nicht mehr gewünscht und werden verboten. Selbst wenn ich mich zukünftig daran halten würde, wären meine früheren Besuche immer gespeichert und könnten im Zweifelsfall gegen mich verwendet werden.

Was sagt ihr? Funktioniert das als Argumentation - mit euern Eltern vielleicht oder mit nicht soooo netzaffinen Bekannten?

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